Ein paar Gedanken zur Intuition:

Im Supermarkt der Möglichkeiten

 

#Gedankenschweife

 


Heutige Gedanken im Supermarkt: Was kaufe ich ein? Wo ich schon mal hier bin, kaufe ich am besten für die nächsten Tage mit ein, damit ich nicht gleich morgen schon wieder dieses Wunderland des Wahnsinns betreten muss. Aber was bitte brauche ich in den nächsten Tagen? Ich habe gerade absolut keinen Appetit… Welche Nudeln sollen es werden? Warum brauche ich so lange, ich brauche doch nur ein paar Dinge? Warum strengt mich das so an?!

Hard Fact: Irgendwas essen muss der Mensch.

Wahrscheinlich geht es vielen anderen ähnlich wie mir. Vielleicht hilft die Corona-Zeit auch nicht unbedingt – weil man gefühlt 30 Mal in der Woche einkauft, kocht, ständig nur abwäscht – und dann geht das Ganze schon wieder von vorne los.


Vielleicht sollte ich mir einen Zeittracker einrichten, damit ich einen realistischen Eindruck davon bekomme, wie viel Zeit ich wöchentlich a) im Supermarkt b) beim Kochen c) für Essen d) für's Abwaschen brauche? OK… Zeit sparen beim Essen wird schwierig, da würde eventuell nur noch Brei helfen. Oder Astronauten-Nahrung. Und es geht ja auch nicht unbedingt darum, Zeit zu sparen. Aber wieso zieht sich die Zeit beim Essen einkaufen, kochen und abwaschen manchmal in eine gefühlte Ewigkeit – während man viel wichtigere oder interessantere Dinge erledigen könnte? Das frustet.

 

Sag mir was du isst, und ich sag dir wer du bist


Einkaufen ist ja auch keine ganz so simple Sache mehr. Unser Einkaufskörbchen definiert heutzutage ja auch immerhin ein ganzes Stück unserer Persönlichkeit. Nicht umsonst werden wir mit einer völlig übertriebenen Auswahl von Produkten überhäuft – die sich in unendlich langen Supermarktregalen ausdrückt, die für uns unendlich viele Km bereithalten, um unser tägliches Schritte-Pensum zu schaffen, aber wiederum auch unendlich viel unserer Zeit stehlen. Zeit ist Geld? Nö. Nicht unbedingt. Aber Zeit ist wertvoll.

 

Warum sollte ich sie mit dem Lesen von mehr und weniger inspirierenden und gewollt oder ungewollt komischen Marken- und Produktnamen oder sogar Preisschildern vergeuden? Dazu kommt dann die quälende Auswahl eines Produkts, das es in 57 unterschiedlichen Varianten gibt: öko, vegetarisch, vegan, regional, nachhaltig, fairtrade, „gesund“, qualitativ hochwertig, gourmet, pragmatisch, preiswert… Will ich mit dem Kauf einer bestimmten Marke eventuell auch eine politische Stimme für oder gegen ein Unternehmen abgeben und wie kann ich dabei den Plastikmüll vermeiden?

Nach ein paar gedanklichen Ausschweifungen dieser Art, während ich meinen Einkaufswagen lustlos durch den Supermarkt schob, stand ich dann vor dem Pasta-Regal. Ich kann doch nicht jede Woche das Gleiche einkaufen. Was soll's aber dann diese Woche werden? Noch mehr Fragen. OK. Jetzt zugreifen! Irgendeins dieser Wasser-Mehl-Gemische. Es gibt doch wirklich Wichtigeres. Die Zeit läuft und ich bin froh, wenn ich so schnell wie möglich wieder raus hier bin.

Ende vom Lied: Als ich meine Einkäufe zu Hause auspacke und die Spaghetti, für die ich mich dann entschieden habe, in den Wassertopf tue, stelle ich mit Schrecken fest: es sind VOLLKORN-Spaghetti. OK. Vielleicht ist es am Ende doch nicht so egal, was man einkauft?

Nächster Gedanke: Wo war meine Intuition, als ich durch den Supermarkt striff? Hätte sie mir vielleicht helfen können? - Klingt vielleicht etwas esoterisch – Einkaufen mit Hilfe deiner Intuition! Vielleicht sogar ein neuer Bestsellertitel… (noch lache ich…).
Aber stell dir mal vor, du gehst durch den Supermarkt und hörst auf die weisen Signale deines Körpers – denn der lügt ja nicht. Wäre das nicht wunderbar einfach, wenn man ganz unmittelbar und zügig so seinen Einkauf machen könnte?

Also ganz im Ernst. Eine Frage, die mich des öfteren beschäftigt in letzter Zeit: Was genau ist Intuition und wie greife ich auf sie zu, wenn ich sie brauche? Ich verstehe Intuition als eine Intelligenz, die meinem Verständnis nach sowohl den rational-logischen Teil meines Gehirns einschließt, darüber hinaus aber auch die Summe aller Sinneserfahrungen, Gefühle, Emotionen, Erinnerungen und Gedankenkonstrukte, mit denen ich in meinem Leben (und im Babybauch meiner Mutter) jemals in Berührung gekommen bin. Es ist ein im Kontakt mit allen Teilen des eigenen Selbst aber auch der Gesamtheit aller Existenz zu sein.

 

Wie könnte es sich anfühlen, immer der Intuition zu folgen – nie den Faden zu verlieren und sie immer wieder aufgreifen zu können, wenn man sie braucht? Gibt es so etwas wie einen steten Zugang zu ihr? Ist das unser aller Bestreben im Leben? Nennt man diesen steten Zugang zur Intuition vielleicht Erleuchtung? Aber es ist doch auch so, dass wir als Erdenmenschen hier sind, um sowohl Leid, als auch Freude zu erfahren, Wut, Frust, Scham, Lust, Glück und Zufriedenheit. Ist das dann unser Ziel für nach dem Tod? Uff! Wuff.

Als schnell verkopft-verstopfte Person, die es in bestimmten Situationen auch sehr genießt ihren Kopf anstrengen zu können (und in wiederum anderen Situationen der Kopf sie auf fantastische Art und Weise an der Nase herum in den Nebel schickt), gibt es häufig Momente, in denen ich den Zugang zur „Bauchintelligenz“ vermisse. Ich weiß dann, dass es hilfreich und vielleicht auch gerade besonders nötig wäre, auf diese intuitive Intelligenz zugreifen zu können, es ist als ob ich sie fast schon sehen und spüren kann – doch zwischen uns ist eine dicke gläserne Wand. Und gerade weil ich so bemüht bin diese Intelligenz zu fassen, entgleitet sie mir umso heftiger.

Der Whole Earth Catalogue zitiert Morowitz: „The flow of energy through a system acts to organize that system.“ - Wenn kein Fluss möglich ist, dann kann sich das „System“ auch nicht mehr organisieren – auf die dazu notwendige Energie zurückgreifen. Homöostasis nennt man diese Organisation des Systems übrigens in der Körperarbeit. Aber jetzt fliegen hier wirklich ganz unterschiedliche Gedankenebenen durcheinander. Verzeihung.

Was hilft mir also in solchen „Kopf-Situationen“, um dem daraus resultierenden Frust zu begegnen, darüber, nicht im guten Kontakt mit mir und der Welt zu sein?

Eigentlich einzig und allein zu akzeptieren, dass es jetzt gerade so ist – und ich die ganze Welt in Bewegung setzen könnte, aber dadurch keinen Schritt näher an diesen sprudelnden Quell der geheimnisvollen Intelligenz hinter allem Leben „käme-räräräme“... (Was hab ich in der Vergangenheit nicht schon alles in Bewegung gesetzt, genau aus diesem Grund, weil ich dachte mit fester Willenskraft und maximaler Anstrengung würde es doch irgendwann klappen müssen…? Sisyphos hat's vorgemacht.)


Atmen. Wieder in den Moment finden. Und ein falscher Griff ins Nudelregal wird mein ganzes bisheriges und zukünftiges Leben vermutlich nicht aus den Angeln heben. Und all die anderen Entscheidungen im Leben?

Leben kann schon ganz schön verrückt sein. Weiteratmen. Try again. Fail again. Fail better.

"Is there an unlimited intelligence?"

Themen: #Intuition #Entscheidungen #QualderWahl #BasicsofBeing #Failandtryagain #Atmen #Wachsenundschrumpfen #emBodhiment #Körperarbeit #Homoeostasis #Gedankenschweife

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